Fiberglas Möbel der 60er Jahre, Design und Herstellung: FG Design Wolfgang Feierbach

Nach erfolgtem Umzug in die neue Werkstatt galt es moeglichst schnell ein vielfaeltiges Programm an Designer Moebel am Markt anzubieten. Es brauchte zwar seine Zeit, aber in zwei Jahren von 1965 bis 67 war es geschaft. Es konnten Prospekte gedruckt werden. Bernd Misske unser Design Berater fuer Farben und Drucksachen hatte die Idee alle Moebel vor dem Kunststoffhaus das inzwischen fertig war, aufzubauen und ein Bild zu machen mit deutlich blauen Himmel. So entstand dieses Bild morgens zwischen 4 und 5 Uhr an einem wolkenlosen Sommertag. Die meisten Moebel wurden auch in diesem Haus gebraucht, weshalb in Eile, ein so grosses Programm entstehen konnte. Der links abgebildete Esstisch war zuerst fertig.

Der Esstisch fg 2002 war das erste Moebel Teil aus eigener Fertigung. Die Tischplatte ist innen verstaerkt und haelt selbst darauf tanzende Damen mit Stoeckelschuhen aus, ausprobiert von Bernd Misske mit seinen Freunden.

 

Aus einer Serie sehr schoener leichter und doch robusten Beistelltischchen, konnte man einen doppelstoeckigen Teewagen fg 2001 machen, der zum servieren an dem Esstisch gute Dienste leistet.

Dazu kamen die passenden Stuehle fg 2002 die gepolstert und gerade mal huefthoch sind, was eine besondere Bewegungsfreiheit im Oberkoerper und den Armen ermoeglicht.
Einige Zeit spaeter kam noch eine Bartheke hinzu, die man um einen Kuechenblock herum aufbauen kann. Als Fruehstuecksbar sehr bequem und man kann der Hausfrau zusehen wenn diese das Fruehstueck bereitet. Man sitzt auf dem dazugehoerigen Barstuhl, die Fuesse ruhen auf einer quasi Treppenstufe die mit Teppichboden gepolstert ist.
Das ist der Barstuhl, Kugelgelagert laesst er sich rundum drehen. Mittelfuss und Fussteller bleiben gewichtig und ruhig stehen.
Beistelltische fg 2001. Kleine aber robuste Beistelltische kann man ueberall in der Wohnung brauchen, sei es fuer gestaltete Blumen Arrange-ments, fuer die Presentation von mitgebrachten Urlaubsutensilien, oder aber auch zum draufsteigen um in Hochschraenken zu kramen. Diese kleinen Beistelltische gibt es in den Massen 65 x 65 x 40 cm; 65 x 65 x 30cm; 55 x 55 x 35cm; 70 x 40 x 30 cm sowie auch in runder Form 50 cm Durchmesser x 30 cm hoch. Die Beistelltische koennten bei gleicher Groesse uebereinander gestapelt werden um somit auch ganz einfach Regale in der Wohnung zu bauen. Die Farben sind: grauweiss, antrazit, moosgrün, stahlblau, rubinrot, cromgelb und reinorange.

Sesselschale fg 2001 aus einem Stueck geformt.
Wie bereits im Kapitel Technische Teile be- schrieben, haben wir vor 1965 Moebelteile nach Design (Dieter Rams) hergestellt und als Halb- fertigerzeugnisse an eine Moebelfirma geliefert.
Durch Wettbwerbs Probleme ist diese Firma abge- sprungen und wir hatten keine Arbeit fuer die neu eingestellten Mitarbeiter am neuen Standort in Altenstadt. Ich habe mich daraufhin besonnen, dass ich dem Designer Rams vorgeschlagen hatte, die Sessel nicht aus einzelnen Teilen herzustellen und zu montieren, sondern den ganzen Sessel als eine Schale zu fertigen. Die Einzelteile verzogen sich naehmlich, was zu Montagefehlern neigte, waehrend die ganze Schale sich besser verhielt, wenn ein Schaumgummi Kern mit Leder oder Stoff bezogen, einfach in den Korpus eingelegt wurde.

HochlehnerSessel fg 2001. Designer Rams lehnte meine Idee ab, so dass ich glauben konnte, dass ich diese Idee " Sessel aus einem Stück" jetzt selbst realisieren koenne. So gedacht, so getan, brachten wir das Sesselsystem fg2001 als niedrige Sessel, bei fehlenden Armlehnen links oder rechts als Sofas und dasselbe in Hochlehner Form auf den Markt.
Wir hatten auch gute Verkaufserfolge bis eines Tages ein Großauftrag bevor stand und beide Firmen, also unser frueherer Kunde und wir im Wettbewerb lagen. Erst dann bemuehte unser frueherer Kunde die Gerichte um uns die Produktion dieser Sessel verbieten zu lassen. Die erste Instanz konnten wir gewinnen weil sich die Richter auf ihr eigenes Urteilsvermoegen stuetzten und zwei unterschiedliche Gestaltungen wuerdigten. In der zweiten Instanz gewann der fruehere Kunde weil die Richter sich nicht mehr auf ihr eigenes Urteil verliessen, sondern auf Gutachten von Design Professoren angewiesen waren, die natuerlich die Bekanntheit von Designer Rams unterstuetzten und nicht die Leistungen des Herstellers wuerdigten, sondern dem Rams Sessel "Kunstschutz" gewaehrten.

Unsere Anwaelte konnten den Prozess aber ueber eine dritte Instanz noch soweit verlaengern bis wir alle Auftraege abgearbeitet hatten. Danach nahmen wir dieses Sesselprogram aus unserer Fertigung heraus und hatten in der Zwischenzeit so viele andere Produkte entwickelt und marktbereit, dass uns der Ausfall dieses Sesselprogrammes keine wirtschaftlichen Engpaesse mehr einbrachte.
Wir fanden es aber ungerecht dass eine neue Entwicklung wegen Kunstschutz gebannt wurde, obwohl es in einem Patentverfahren kein Plagiat gewesen waere, denn die Unterschiede beider Sesselprogramme waren gross genug.

Sessel Program fg 2008 Mobil Sit. Es verblieb uns aber noch, das nebenstehende Armlehnenlose Sesselprogramm welches die Luecke nicht ganz ausfuellen konnte, aber weil es preisguenstig war, sich doch gut im Markt einfuehrte. Dazu gab es die Bodenschalen ohne Rueckenteil mit Polsterkern als Hocker und nur als Wanne mit angeformten Fuesschen als Blumenschalen.
Schaukelsessel fg 2005 Dieser lustige Schaukel-sessel wurde uns angedient von einer Design Praktikantin. Die stehauf Schaukelfunktion besteht darin, dass am tiefsten Punkt in der Schale ca. 50 kg Eisenpulver vermischt mit Polyesterharz als Gießmasse eingegossen wird. Im Bodenbereich ist die Kugelform ca. 30 cm breit abgeflacht so, dass es eine ruhige in eine Richtung gehende Schaukelbewegung ergibt. Die 50 kg Gewicht, so tief unten in Bodennaehe ermoeglicht auch einer schaukelnden Uebergewichtigen Person von ueber 100 kg Gewicht, zu schaukeln und wird auch in der weitest nach hinten verlagerten Position wieder hoch gehoben bei geschickter Verlagerung von Armen und Beinen. Bezogen sind die Schaukel-sessel mit Toskana Lammpelz entweder schwarz, weiss, oder auch gescheckt.
Der dazu passende halbkugelfoermige Tisch ist gleichzeitig ein Eiskuebel fuer Getraenkeflaschen, auch dieser hat eine abgeflachte Bodenflaeche fuer sicheren Stand und ein eingegossenes Gewicht, so dass dieser auch bei einem Schups nicht umkippt oder sich nach einem anstoßen von selbst schnell wieder aufgerichtet.
Schweres Lobby Sesselprogram fg 2011. Als die Wohnungen groeßer wurden in den 70er Jahren, als Lobby, Wohnzimmer, Esszimmer und Küche ein Raumensemble bildeten, mußten auch die Sitzmoebel sich aendern. Grossvolumische Sitzlandschaften wurden angeschafft. Um diese Wuensche zu erfuellen, aber nicht zu voluminoes zu wirken entstand diese Sessel- und Sofagruppe. Bequemes sitzen und auf dem Sofa auch zu liegen das war der Ausgangswunsch des von mir entworfenen Ensembles, dazu noch ein Tisch in abgewinkelter nach unten offener U Form und es konnten nicht nur oben genannte Privatsphaeren sondern auch Hotel- und Industrie- Lobbies bedient werden.
Schueler Tische und Hocker fg 2012. Diese Moebel kamen als Anfrage von aussen auf uns zu. Es waren gefragt, robuste einteilige nicht demontable Schueler Arbeitstische mit angeformten Utensilien Schalen und Becher. Meine Loesung dafuer wurde begeistert aufgenommen und fuer ein Projekt in Serie gefertigt. Danach haben wir die Teile ganz normal in unser Programm aufgenommen und an jedermann geliefert. Sogar die Justizanstalten fanden es gut diese einteiligen Moebelteile in Gefangenen Zellen zu verwenden weil es bei diesen Moebeln keine Ritzen gibt in die man Rasierklingen oder Messer verstecken koennte.

rollende Sidebordelemente fg 2004. Diese Idee entstammt der Apotheke. Wie dort werden die Side-bordelemente auf gerade laufenden Rollen stehend, aus der Reihe herausgefahren, wenn Geschirr oder Kaffekanne gebraucht wird. Die Elemente haben schoene,große Griffe an denen bequem und leicht gezogen werden kann. Eine Reihe rollender Elemente wird jeweils am Ende durch ein feststehendes Element abgeschlossen in welches man Gegenstände gibt die man nicht so oft herausnehmen muss, eventuell aelteres ererbtes Geschirr oder Blumenvasen die man nicht taeglich braucht unterbringt. Ich habe meine gesammelten Geo Hefte dort untergebracht. Die Rollen laufen sehr gut auf kurzflorigem Teppich, Stein oder Holzboeden, jedoch nicht so gut auf dicken oder losen Teppichboeden.

Nach Fertigstellung des Musterhauses FG 2000,
wurde es mit eigenen Moebeln ausgestattet. Es war 1969, die Wohntendenz war bunt in reinen Farben.
So auch die Innenausstattung des neuen Kunststoffhauses. Es war die Zeit des Designers Verner Panton, der jeweils zur Moebelmesse in Koeln, seine bunten Wohnlandschaften auf den Koeln - Duesseldorfer Schiffen ausstellte und enormen Zuspruch von der fuehrenden Moebel und Heimtextilien Indurie erfuhr. Zeitschriften, wie "Schoener Wohnen; Zuhause; Form; und andere" berichteten monatlich ueber die vielen Neuigkeiten in diesen Jahren. Unser Farbberater war in dieser Zeit Bernd Misske, ein sehr bekannter Werbegraphiker mit Weltweiter Anerkennung.

Dies ist der Wohnbereich im Kunststoffhaus. Die Sessel, rot in rot, mit gutem Wollsiegel Stoff ueber Daunenkissen bezogen. Im Hintergrund Kueche mit Fruestuecksbar, jedoch noch ohne die Fiberglas-barelemente. Essplatz und Sidebord mit den Schiebeschraenken. Am rechten Rand eine Zentrale Schalttafel fuer die Beleuchtung, Vorhaenge, Markisen, sowie der quatratischen kleinen Fenster.
Alle Leuchten waren in Stromschinen an der Decke befestigt. Die 4 Leuchten in den Beistelltischen erleuchteten wunderschoen und blendfrei das Zentrum des Deckenteppichs, der aus 1500 kg Dralon Wolle von uns selbst gefertigt wurde, insgesamt 135 m2 Deckenteppich einschliesslich ueber den Balkonen im Freien montiert und bis jetzt 35 Jahre ohne Beanstandungen plaziert.

Die Idee den Deckenteppich selbst zu machen kam mir im Heimtextilien Technikum von Bayer. Dort sah ich wie die Dralonwolle im Strang gefärbt wurde. Ich hatte dort plötzlich Stränge von Wolle in der Hand die so aussahen wie die Stränge die ich meiner Grußmutter immer zwischen zwei Händen halten musste als Großmutter daraus dicke Kneuel zum stricken wickelte. Ich liess solche Straenge durch meine Hand gleiten und dabei fiel mir ein man koennte sie ja auch durch Papphuelsen ziehen und dann in gleich lange Stuecke schneiden. Die Enden dann in Epoxidharz tauchen und in einem bestimmten Muster auf Spanplatten Quatrate aufkleben. Wieder zuhause und mit Muster versehen ging ich gleich an die Arbeit. Es funktionierte und sah gut aus. Ich trug die idee unserem Graphik Designer Bernd Misske vor, der diese Idee auch gut fand und ein Design Layout machte welches mir umwerfend gut gefiel. Der überwiegende Anteil ca. 75% sollten blau, dunkel blau und violett Toene werden, rot,orange, und gelb sollten nur 25% betragen. Nach seinem Entwurf rechnete ich die Farben genauer aus und bestellte bei Bayer Leverkusen 1.500 kg Dralonwolle, wie dort besichtigt. Diese Portion Wolle wurde dort im Technikum eingefaerbt und zubereitet. Als diese Wolle geliefert wurde bekamen wir es mit der Angst zu tun denn es war eine volle LKW Ladung voll und sollte von uns in kurzer Zeit verarbeitet werden. Mit 7 Frauen und 3 Maenner haben wir uns daran gemacht und waren in 4 Wochen fertig.

Dieses Bild wurde aufgenommen als nicht einmal eine Wand zwischen Wohnbereich und Schlafbereich fertig war. Hier vom Kinderzimmer aus in Richtung Wohnzimmer. Rechts sind aber schon die raumteilenden Rollschraenke zu sehen und vorn die Kinder Betten mit Rückenrolle.

12. Bettgestelle, Matratze_Rueckenrolle fg 2003. Bei glasfaserverstaerkten Kunststoffen uebernehmen die Glasfasern die Zugfestigkeiten, die enorm sind. Die Kunstharze stuetzen die Fasern ab und verkleben sie innig zu einem festen Werkstoff. Wenn die Glasfasern in einer Richtung ausgerichtet verwendet werden, erhalten diese Blattfeder Eigenschaften. Diese Eigenschaft habe ich ausgenutzt bei der Entwicklung von Liegen und Bettgestellen verschiedener Groessen. Hier wird ein normal Bett 2,00 x 1,00m gezeigt welches aus einem Stueck gefertigt, Lattenrost und Bettgestell in einem ist. Das ist ein unzerstoerbares Bettgestell auf welchem man wie bei einem Trampolin huepfen kann ohne Schaeden zu erwarten.
Auch diese Bettgestelle die fuer den Verkauf im Moebelhandel vorgesehen waren, fanden Eingang bei den zuvor genannten Justizanstalten fuer die Austattung der Gefangenen Zellen, ebenfalls weil robust unzerstoerbar und ohne Versteckmoeglich-keiten. Mit der dicken Rueckenrolle und der Moebelstoff bezogenen Matratze ist dieses Moebel ein beliebtes Teil fuer Kinder, oder Gaestezimmer weil es unbezogen mit Bettzeug stehen kann und auch mal als Liege zum einfachen ausruhen einlaedt. Die Gestellform wurde mit Matte ca 8-10 mm dick laminiert, die Federn nur mit Roving Gewebe.
Wie die Sidebord Ziehschraenke gibt es auch hohe
Ziehschraenke als Raumteiler oder Schraenke im Schlafbereich mit Fachboeden fuer Hemden kleinteilige Waesche, aber auch Boeden mit Stange zum aufhaengen der Herren und Damen Garderobe
Auch diese Schraenke laufen nur dann gut wenn Teppichboeden nicht zu flauschig sind, die Rollen sind gerade laeufig und markieren Rillen im Teppichboden, wen das stoehrt soll lieber bei stehenden Kleiderschraenken mit Tueren bleiben. Uns hat das nie gestoehrt, die Rillen sind ja nur zusammengepresster Teppich, kein Schmutz und mit einem Staubsauger lassen sich die Rillen auch wieder aufstellen.

Unser wunderschoenes Rundbett, 2,40 mØ Die dicke zweigeteilte Matratze liegt auf einem Bettgestell in Form eines grossen Tellers. Die Untergestelle hatten Elektro Motore die fernbedient
den Rücken hoch und die Beine hochstellen konnten, wie bei modernen Krankenbetten von heute.

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Wolfgang Feierbach, FG Design

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