Jeddah Airport
Pilgerterminal
6 km Sitzelemente

 

Es war irgendwann in den End siebziger Jahren, als ich ein Fax von SOM, einer renormierten New Yorker
Architekten Firma bekam, ich muesse so bald als moeglich nach New York kommen, es ginge um die Sitzbaenke unter dem groeßten Dach der Welt, dem 60 Fussballfelder großen Haj Terminal, also dem
(Pilger Terminal) am Flughafen Jeddah in Saudi Arabien. Ich hatte von dem Project bereits gehoert und fand die Einladung so interessant, dass ich einige Tage spaeter nach New York flog. Dort wurde ich als Design Expert fuer Airport Interior Design gehandelt und musste mich bei SOM mit den Top Architekten treffen, zwecks Gestaltung von ca 6 km Sitzreihen in interessanter Gruppierung unter dem riessigen Zeltdach aus Glasfaser- Teflon beschichtet, welches gerade von einer Amerikanischen Firma noerdlich des vorhandenen Airports gebaut wuerde. Ich hoerte mir alle Wuensche genau an und verließ New York nach zwei Tagen wieder, ohne eine Idee dort zu lassen. Im Flugzeug auf dem Nachhauseweg viel sie mir ein, die Idee.

Ich dachte an runde Sitzgruppen, denn Pilger kommen gewoehnlich in zusammengehoehrenden Gruppen. Man sollte auch auf den Sitzelementen zur Not mal schlafen und sich tage lang haeuslich einrichten koennen, wenn einmal ein Flugzeug wegen technischer Stoehrungen ausfaellt, alsbald zu starten. Ich dachte auch an Armlehnen auf denen man den Kopf hochlehnen kann mit untergelegten Zeitungsrollen oder mitgebrachten Kleidern oder Kissen.

Auch sollte kleiner Abfall und Zigarettenkippen den Fussboden nicht gaenzlich ueberstrapazieren, deshalb habe ich in den Armlehnen gusseiserne Aschenbecher mit einem Rand eingehaengt und einem Kunstguss Deckel aus Bronze.

Diese Idee habe ich gezeichnet, beschrieben und mit Preis versehen für die Fertigung und Lieferung 1980.
Zur besseren Anschauung der vielfaeltigen Kombi-nation der Einzelelemente habe ich noch Modelle im Masstab 1:20 gebaut und eine Kiste voll Modelle mit den schriftlichen Unterlagen und Zeichnungen nach New York geschickt. Es verging die Zeit, ich habe nie mehr etwas davon gehoert. Nun habe ich ja in dem Kapitel Saudia Ticket Bueros davon berichtet, daß wir Konkurrenz bekamen.Von der Saudia kamen immer weniger Auftraege. Ich mußte aber doch mal wieder

nach Jeddah, denn es wurde dort eine kleine Messe anlaesslich der Einweihung eines neuen Airport Terminals veranstaltet. Dort sah ich erstmals einen Counter ausgestellt von unserem Konkurrenten der Fa. Shairco. Ich sah an der Qualitaet des ausgestell-ten Counters, dass die dafuer verwendete Form von unseren Countern abgeformt wurde, denn die Verzuege an Flaechen und Winkeln waren enorm sichtbar. Ich sprach mit den auf der Messe anwesen-den und bekam einen Termin zu einem Besuch bei Thalal al Shair, dem Inhaber der Firma dessen Vater Botschafter von Saudi Arabien im Libanon war. Ich sprach das Problem an und sagte, dass es einfach ist was abzukupfern um es dann billiger abzusetzen als das Original dem die Entwicklung und ein ordentlicher Modell und Formenbau vorausgehen muss, was erheblich viel Geld kostet. Talal al Shair versprach Abhilfe, Kompensation fuer Verluste und Zusammenarbeit bei zukuenftigen Projekten.

Es entstand sogar etwas wie eine persoenliche Freundschaft, denn ich wurde eingeladen, sein Buero mit zu benutzen, telefonieren und faxen zu koennen ohne Kosten. Es ergab sich in dieser Zeit, daß ich alle zwei Tage dort im Buero war und wir ueber viele gemeinsame Themen sprachen. So erinnere ich mich an wieder einen Besuch bei Ihm im Buero, ich saß vor seinem Schreibtisch als das Telefon klingelte. Der Anrufer mußte eine hohe Persoenlichkeit sein denn, Thalal sagte mehrmals "Hohheit" in seinem Gespraech. Auch vielen die Worte "Seating" und "Haj Terminal" also mir gelaeufige Worte die besagten, daß es um die Sitzbaenke des Pilger Terminal geht. Nach Ende seines Gespraeches sagte mir Thalal al Shair.

Es war der Aussenminister und Verantwortliche für die Termineinhaltung und Fertigstellung des Pilger terminals zu der im Sommer 1983 stattfindenden Pilgerreise nach Mekka. Man habe ganz vergessen die Sitzanlagen unter dem weltgroessten Zeltdach zu bestellen. Jetzt wuesste niemand bescheid und es gaebe auch noch keine Plaene, ob Talal al Shair nicht mit seinen Sitzgruppen helfen koennte, einem Italienischen Design, welches Al Shair in seiner Fabrik in Yanbu fertigte. Als ich das hoerte, sagte ich zu Talal, dass ich schon vor Jahren mit diesen Sitzelementen beschaeftigt gewesen sei, dass ich Plaene, Beschreibungen und Modelle nach new York geschickt habe und nie eine Antwort erhielt. Thalal fragte ob ich mir die Plaene nicht mit der naechsten Saudia Maschine aus Frankfurt schicken lassen koenne und ich rief noch aus seinem Buero meine Frau an. die am Naechsten Tag einen Koffer voller Modelle,

Zeichnungen und Beschreibungen einpackte und mit der naechsten Lufthansa Maschine nach Jeddah schickte. Nach Ankunft des Koffers fuhren wir, Thalal und ich sofort zu Gen. Amin dem Project Manager am Airport. Er hatte eine Konferenz zusammengerufen, auch mit Vertretern der Amerikanischen Architekten und verteilte Rueffel, weil sich dort niemand um die Sitzanlagen kuemmerte. Jetzt musste alles schnell gehen, 6 km Sitzreihen also ca 9000 Sitze mussten in 3-4 Monaten montiert und fertig zur Benutzung sein. Wie konnte man das schaffen. Die Fa. Al Shair hatte eine große Halle in Yanbu und konnte jede Menge Arbeitskraefte aus den Philippinen importieren. Der Engpass waren Formen. Wenn man schon genuegend Arbeitskraefte hatte, konnte man viele Formen einsetzen und so die Stueckzahl erreichen.

Ich berechnete , dass wir 28 Formen brauchen um in der gegebenen Zeit das Arbeits Volumen zu bewaeltigen. Es gab 4 große verschiedene Teile, gerade Elemente 1,25 m lang, Radien Elemente 2,5 m lang, Endelemente und Tischelemente. Also mussten 4 x 7 gleiche Formen bei uns gebaut und schnellstens nach Saudi Arabien geliefert werden.Die Kosten spielten hierbei die geringste Rolle so konnte ich das abkupfern meiner Saudia Forman von Al Shair, hiermit etwas kompensieren.Es wurden jedoch nicht nur die Sitzbaenke vergessen zu bestellen, auch hatte man noch keine Idee, wie die Gepaeckwaegelchen für die Pilger aussehen koennten, die Saecke mit Reis und Mehl mitbrachten und wie wir spaeter erst sahen, unsere gusseisernen Aschenbecher als Feuerstelle zum kochen und backen benutzten.

Hier kann man sehen wofuer die Gepaeckwaegel chen benutzt wurden. Die Idee zu diesen Gepaeckwaegelchen kam mir spontan als die Frage danach in der Konferenz gestellt wurde. Ich skribbelte eine Zeichnung auf ein Blatt Papier und zeigte es der Runde, spontan sagte General Amin "what do they cost" ich sagte wieder spontan 2,500,--das Stueck er fragte zurueck Deutsch Mark or Dollar, ich sagte Dollar und er sagte "ok, make 500 of them" "but delivery at the same time as the Seating" ich sagte ok, die Konferenz war zuende. Die Auftraege erhielt natuerlich Al Shair, der widerum Formen Gepaeckwaegelchen und ca 1000 Armlehnen gegen Letter of Credit, also gegen Akkreditive bei uns bestellte. Auch dieser Auftrag wurde ohne Beanstandungen und Termingerecht geliefert und alle waren zufrieden. Die Panne der Architekten war vergessen. Die Gepaeckwaegelchen sollten etwa
1 to. Last tragen deshalb musste in Hoehe 150 mm vom Fussboden eineMultiplex Platte einlaminiert werden um die

Rollen erstens zu verstecken und zweitens deren Bauhoehe unterzubringen. Rundum wurde ein roter PVC Rammschutz angebracht und um viele Waegelchen zusammen zu kuppeln, wurden vorn und hinten ein 60 mm große Aussparung eingefraest zum einhaengen von Seilstuecken mit Holzknebel. Aneinander gehaengt konnten bis zu 50 Waegelchen mit einem Traktor ans Flugzeug gefahren werden. Die Waegelchen waren mit Selbstklebe Ettiketten numeriert und nur gegen Pfand ausgeliehen, Sonst waeren bald keine Waegelchen mehr unter dem riesigen Zeltdach zu finden gewesen.
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Wolfgang Feierbach, FG Design

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